Individualsoftware: konkrete Beispiele statt abstrakter Vorteile

„Passt genau zu euren Prozessen" sagt wenig. Nützlicher sind konkrete Fälle: welcher Ablauf gemeint war, woran das Standardprodukt scheiterte und was die eigene Anwendung anders macht. Die folgenden Beispiele beschreiben typische Situationen im deutschen Mittelstand.

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Kurz gesagt

Individualsoftware entsteht typischerweise dort, wo ein Betrieb etwas anders macht als der Markt: mehrstufige Freigaben, ungewöhnliche Abrechnungslogik, Ressourcen mit Qualifikationen oder Vorgänge, die drei Systeme berühren. Die folgenden Beispiele zeigen jeweils, woran Standardsoftware scheiterte und was die eigene Anwendung leistet.

Was diese Fälle gemeinsam haben

rule

Es ist fast immer eine Regel, die nirgends hinpasst

In allen Beispielen scheitert der Standard nicht an Funktionsumfang, sondern an einer einzelnen Regel: eine Freigabe ab einem Betrag, eine Abrechnung, die zwei Ebenen bündelt, eine Ressource, die nur mit bestimmter Qualifikation einsetzbar ist. Solche Regeln sind der Grund für den Umweg, der dann Jahre bleibt.

Das ist auch der Prüfstein für die eigene Situation: Wenn ihr eine Anforderung nennen könnt, bei der jede Standardsoftware "so ist das nicht vorgesehen" sagt, habt ihr den Fall gefunden — und meistens ist es genau eine.

hub

Der zweite Fall: ein Vorgang, der drei Systeme berührt

Angebot im einen Programm, Zeiten im zweiten, Rechnung im dritten. Jedes System für sich ist gut; der Vorgang zerfällt trotzdem, weil ihn keines vollständig kennt. Die Kosten entstehen an den Übergängen, in Form von doppelter Eingabe und Abweichungen, die niemand auflöst.

Eine eigene Anwendung ersetzt hier selten alle drei. Sie schließt die Lücke dazwischen und lässt die Buchhaltung dort, wo sie hingehört — das ist der häufigste sinnvolle Zuschnitt.

groups

Der dritte Fall: Rollen, die es so nur bei euch gibt

Der Springer, der in zwei Bereichen einsetzbar ist. Der Partner, der Endkunden sieht, aber keine Einkaufspreise. Der Prüfer, der lesen darf und nichts ändern. Rechtemodelle von Standardprodukten kennen drei bis fünf Rollen; Betriebe brauchen oft eine sechste, die quer dazu liegt.

Rollen nachträglich einzuziehen ist der aufwendigste Umbau überhaupt, weil er jede Ansicht und jede Abfrage berührt. Deshalb gehört diese Frage in die Planung und nicht in die zweite Ausbaustufe.

Beispiel: Vermietung mit Qualifikationsprüfung

Ein typischer Fall — die Verfügbarkeit hängt an drei Bedingungen gleichzeitig.

Prompt
Wir vermieten Veranstaltungstechnik mit Auf- und Abbau. Ein Auftrag braucht Geräte, ein Fahrzeug und Personal mit passender Qualifikation. Verfügbar ist ein Gerät nur, wenn es nicht anderweitig gebucht und die Prüfung nach DGUV V3 gültig ist. Personal darf nur eingeplant werden, wenn die Qualifikation für die eingesetzte Technik vorliegt. Nach dem Einsatz erfassen wir Schäden und Fehlteile, die automatisch auf die nächste Vermietung durchschlagen.

Das Datenmodell

geraete typ,kennung,tagessatz,pruefung_gueltig_bis,zustand
personal name,qualifikationen,verfuegbarkeit,stundensatz
fahrzeuge kennzeichen,ladevolumen,verfuegbarkeit
auftraege kunde_id,veranstaltungsort,von,bis,geraete_ids,personal_ids,fahrzeug_id
rueckgaben auftrag_id,schaeden,fehlteile,erfasst_von
regel: verfuegbarkeit frei plus gueltige pruefung plus passende qualifikation
regel: sperre gemeldeter schaden sperrt das geraet fuer die naechste vermietung

Weitere Beispiele aus dem Mittelstand

Handwerk: Angebot, Auftrag und Rechnung als ein Vorgang

Ein Elektrobetrieb schrieb Angebote in Word, plante in einem Kalender und stellte Rechnungen im Buchhaltungsprogramm. Dieselben Positionen wurden dreimal erfasst. Die eigene Anwendung führt den Vorgang durch alle Stufen; erfasste Stunden werden zu Rechnungspositionen. Standardsoftware scheiterte daran, dass Material und Arbeitszeit unterschiedliche Aufschläge haben und der Monteur vor Ort erfassen können muss.

Pflege: Dienstplanung mit Qualifikationen und Personalschlüssel

Ein ambulanter Dienst plante in Excel, weil keine Software gleichzeitig Qualifikationen, Ruhezeiten und den Personalschlüssel nach PpUGV prüfte. Die eigene Anwendung prüft alle Bedingungen bei jeder Änderung und zeigt beim Ausfall nur die Personen, die einspringen dürfen, ohne eine Regel zu verletzen.

Großhandel: Rechnungsbündelung auf mehreren Ebenen

Ein Baustoffhändler brauchte Sammelrechnungen wahlweise je Lieferung, je Baustelle oder je Bauvorhaben. Die Warenwirtschaft kannte nur je Kunde. Die Zuordnung lief in Excel, die Rechnungen wurden von Hand getippt. Die eigene Anwendung hinterlegt die Bündelungsregel je Kunde und erzeugt den Rechnungslauf automatisch.

Produktion: Maschinenbelegung mit Rüstzeiten

Ein Zulieferer plante Aufträge auf Maschinen, wobei die Rüstzeit davon abhängt, welches Produkt vorher lief. Kein Standardprodukt bildete diese Abhängigkeit ab, also plante der Meister im Kopf. Die eigene Anwendung berechnet die Rüstzeit aus der Reihenfolge und schlägt eine Sequenz vor, die Rüstzeiten minimiert.

Dienstleistung: Abrechnung gegen Budget mit Warnschwelle

Eine Agentur erkannte Budgetüberschreitungen erst bei der Rechnungsstellung. Die eigene Anwendung vergleicht laufend erfasste Stunden gegen das Projektbudget und warnt bei 80 Prozent — die Zahl, die vorher niemand rechtzeitig sah.

Verein: Beitragsstaffel mit Familienlogik

Ein Sportverein mit Einzel-, Familien- und Jugendbeiträgen sowie beitragsfreien Ehrenmitgliedern fand keine Vereinssoftware, die Familienbeiträge über ein Hauptmitglied korrekt abbildet. Die eigene Anwendung führt Haushalte als eigene Ebene.

Was die Beispiele gemeinsam haben

edit_note

Der Ablauf lebte vorher in Excel neben der Software

smart_toy

Die Regel war bekannt, aber nirgends durchgesetzt

rocket_launch

Die Anwendung ersetzt keine Buchhaltung, sondern die Lücke

Häufig gestellte Fragen

Beschreib deinen Fall

Und sieh in Stunden, wie die Anwendung dazu aussieht.

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