Vibe Coding: Software beschreiben statt schreiben
Der Begriff stammt von Andrej Karpathy, der Anfang 2025 beschrieb, wie er Software entwickelt, indem er einem Sprachmodell sagt, was er will, und den erzeugten Code kaum noch liest. Aus einer beiläufigen Beobachtung wurde binnen Monaten ein Sammelbegriff für eine ganze Arbeitsweise — und eine Kontroverse dazu.
Kurz gesagt
Vibe Coding bezeichnet das Entwickeln von Software durch Beschreiben in natürlicher Sprache, wobei ein KI-Modell den Code erzeugt und der Mensch das Ergebnis am Verhalten beurteilt statt am Quelltext. Der Begriff geht auf Andrej Karpathy zurück. Für Prototypen und interne Werkzeuge funktioniert die Methode gut; für sicherheitskritische Systeme ist sie umstritten.
Wie Vibe Coding in der Praxis abläuft
Beschreiben: was soll die Software tun
Erzeugen lassen: das Modell schreibt den Code
Am Verhalten prüfen und im Gespräch korrigieren
Vibe Coding im Vergleich zu anderen Wegen
| Klassisch programmieren | No-Code-Baukasten | Vibe Coding | |
|---|---|---|---|
| Arbeitssprache | Programmiersprache | Klicks und Regeln | Natürliche Sprache |
| Ergebnis | Code | Konfiguration | Code |
| Grenze | Können und Zeit | Der Funktionsumfang | Die Beschreibung |
| Geschwindigkeit | Gering bis mittel | Hoch bei Standard | Hoch |
| Kontrolle über Details | Vollständig | Gering | Über Beschreibung und Prüfung |
| Geeignet für Kritisches | Ja | Bedingt | Nur mit Prüfung durch Fachleute |
Einschätzungen und Marktangaben mit Stand: 29.08.2026.
Vibe Coding an einem konkreten Beispiel
Der Unterschied zur klassischen Entwicklung ist nicht das Ergebnis, sondern die Sprache, in der man arbeitet.
Bau mir ein Werkzeug, mit dem ich unsere Lieferantenrechnungen prüfen kann. Ich lade eine Rechnung hoch, das Werkzeug liest Lieferant, Rechnungsnummer, Datum und Betrag aus und sucht die passende Bestellung. Stimmen die Beträge nicht überein, soll die Abweichung angezeigt und zur Prüfung markiert werden. Rechnungen ohne passende Bestellung landen in einer eigenen Liste. Ich will sehen, wie viele Rechnungen diesen Monat geprüft und wie viele beanstandet wurden.
Was daraus entsteht
eingangsrechnungen
|
lieferant,nummer,datum,betrag,datei,status |
bestellungen
|
lieferant,nummer,erwarteter_betrag,status |
zuordnungen
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rechnung_id,bestellung_id,differenz,geprueft_von,geprueft_am |
ohne_zuordnung
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rechnungen ohne passende bestellung |
auswertung
|
geprueft und beanstandet je monat |
Was am Vibe Coding kritisiert wird — und was daran stimmt
Niemand liest den Code
Der Kern der Kritik. Für interne Werkzeuge ist das vertretbar; für Software, die Geld bewegt oder Gesundheitsdaten verarbeitet, sollte jemand mit Fachkenntnis daraufschauen.
Sicherheitslücken bleiben unentdeckt
Ein berechtigter Einwand. Wer eine öffentlich erreichbare Anwendung baut, sollte sie prüfen lassen — unabhängig davon, wer den Code geschrieben hat.
Wartbarkeit
Wenn niemand versteht, wie etwas funktioniert, wird die erste größere Änderung teuer. Eine Planungsphase mit lesbarem Datenmodell mildert das erheblich.
Es entsteht Software, die niemand gebraucht hätte
Die niedrige Hürde führt auch zu Anwendungen, die ein Problem lösen, das man vorher hätte hinterfragen sollen.
Was tatsächlich funktioniert
Für Prototypen, interne Werkzeuge und Abläufe, die heute in Excel leben, ist die Methode ausgereift genug — dort ist das Risiko begrenzt und der Nutzen sofort spürbar.
Der eigentliche Fortschritt
Nicht dass niemand mehr programmieren muss, sondern dass Fachleute aus dem Betrieb ihre eigenen Werkzeuge bauen können, ohne auf die IT zu warten.
Häufig gestellte Fragen
-
Was ist Vibe Coding?
Das Entwickeln von Software durch Beschreiben in natürlicher Sprache, wobei ein KI-Modell den Code erzeugt und das Ergebnis am Verhalten beurteilt wird statt am Quelltext.
- Woher kommt der Begriff?
- Ist Vibe Coding dasselbe wie No-Code?
- Braucht man Programmierkenntnisse?
- Ist das sicher genug für Unternehmen?
- Ist Vibe Coding auch in Österreich und der Schweiz verbreitet?
- Gibt es das auch auf Deutsch?
- Wem gehört der erzeugte Code?
- Ist das nur ein Trend?
Probier es aus
Beschreib etwas, das du brauchst, und sieh, was daraus wird.